Medical Cannabis Club Zürich

Gesetz

In der Schweiz fällt sowohl der Besitz als auch der Konsum von Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz und ist somit illegal. Als straffrei gilt gemäss Art. 19b2 wer 10 Gramm für den eigenen Konsum vorbereitet beziehungsweise mit sich führt. Diese Bestimmung wird allerdings von keiner Polizei respektiert. Jeglicher Konsum ist strafbar, polizeilich beobachteter Konsum kann mit einer Ordnungsbusse über 100 Franken bestraft werden, dies wird kantonal jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt. Somit ist der Konsum (und die dafür nötigen Vorbereitungshandlungen) eine Übertretung, was mit Busse und Gebühren (beim ersten Mal 200 bis 1000 Franken) geahndet wird.

Das Führen eines Fahrzeuges mit THC im Blut ist nicht erlaubt. Der Grenzwert liegt bei 1.5 Mikrogramm pro Liter Blut.

Weitergabe von Cannabis mit einem Wirkstoffgehalt von über 1% ohne amtliche Genehmigung ist ein Vergehen, das mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet wird.

Medizin

Die THC-Therapie muss von einem Arzt verschrieben werden und dieser muss ein entsprechendes Gesuch beim Bundesamt für Gesundheit einreichen. Solche Sonderbewilligungen (befristet auf sechs Monate) werden auch gewährt, wenn es medizinisch indiziert ist. Eine Behandlung mit Cannabis in Form von Blüten oder Harzen ist jedoch nicht möglich, es können nur Medikamente und Tinkturen verwendet werden. In der Schweiz gibt es zwei Apotheken, die entsprechende Präparate herstellen oder vertreiben. Die Kosten dafür können von den Krankenkassen übernommen werden, sie sind aber nicht dazu verpflichtet.

Realität

Die Bürokratie für den medizinischen Gebrauch ist sehr hoch, es ist nur schon schwierig Ärzte zu finden, die bereit sind Patienten dabei zu begleiten. Die engen Grenzen der Therapie und die Bürokratie treiben die Kosten soweit in die Höhe, dass die Präparate dem Zehnfachen des Strassenpreises von Cannabis entsprechen. Tausende Patienten versorgen sich deshalb auf illegalem Weg mit Cannabis. Das Bundesamtes für Gesundheit gewährt keine Ausnahmebewilligung für die Therapie mit Blüten oder Harzen da einerseits argumentiert wird, dass die Dosierung zu wenig stabil sei, wenn Patienten die Darreichungsform selber bestimmen, andrerseits soll verhindert werden, dass Cannabis in einer Form in Umlauf ist, in der es als Rauschmittel verwendet werden kann.

Obschon oft behauptet wird, dass der Konsum in der Schweiz toleriert wird, verstärkt sich die Repression kontinuierlich. Der gesetzliche Rahmen wird nicht ausgeschöpft und einzelne Kantone setzen sich schlicht über die staatliche Gesetzgebung hinweg, in dem sie auch eine geringfügige Menge zur Anzeige bringen. Einen neuen Höhepunkt der Repression wurde mit der Beschlagnahmung von im Internet bestellten Hanfsamen im Frühling 2015 erreicht. Im Zuge dieser Aktion wurden auch hunderte Hausdurchsuchungen durchgeführt.